Wissenswertes zu Haarausfall

Haarwachstumsstörungen und Haarausfall

Haarausfall

Haarwachstumsstörungen können sich durch eine verminderte Haarqualität äußern. Dünnes, brüchiges oder auch stumpfes, farbloses Haar können die Anzeichen sein. Von Haarausfall als Anzeichen einer Krankheit spricht man erst ab einem Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag. Ein Verlust von bis zu 100 Haaren täglich ist normal.

Nicht jeder Haarausfall ist gleich. Er kann auf verschiedene Bereiche des Kopfes beschränkt sein oder sogar den ganzen Kopf und Körper betreffen - und er kann die unterschiedlichsten Ursachen haben.

Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

Beim diffusen Haarausfall ist meist die gesamte Kopfpartie betroffen. Die Haare werden dünner und fallen schließlich aus. Ursache ist häufig eine Unterversorgung der Haarwurzel mit wichtigen Nährstoffen. Auslöser können Krankheiten, wie z.B. Funktionsstörungen der Schilddrüse oder Infektionen, Medikamente, eine falsche Ernährung, Eisenmangel, psychische Belastung, Stress aber auch hormonelle Einflüsse, wie z.B. in der Pillenpause, sein.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Beim kreisrunden Haarausfall treten deutlich abgegrenzte kahle Stellen unterschiedlicher Größe auf. Die Ursache des kreisrunden Haarausfalls ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich richten Immunzellen, die sich eigentlich um die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen kümmern sollen, ihre Aktivität gegen körpereigene Zellen in den Haarwurzeln. Die Haare werden vom Immunsystem als "fremd" erkannt und deshalb abgestoßen. Dies geschieht, indem zunächst eine Entzündungsreaktion entsteht, die das Haarwachstum stört und schließlich zum Ausfallen des Haares führt. Ist die Entzündung vorbei, wachsen die Haare häufig spontan nach, gerade so, als wäre nichts gewesen. Andererseits kann der kreisrunde Haarausfall aber auch genauso spontan wiederkehren (wellenförmiger Verlauf). Neben dem Kopfhaar kann auch die gesamte Körperbehaarung betroffen sein.

Hormonell erblich bedingter Haarausfall der Frau

Haarausfall

Der hormonell erblich bedingte Haarausfall (Alopecia androgenica) ist auch bei Frauen mit ca. 80% die häufigste Form des Haarausfalls. Er tritt in der Regel ab dem 30. Lebensjahr auf. Vermehrt kommt er in den Wechseljahren vor. Die erbliche Veranlagung zum Haarausfall kann aber auch bereits bei jüngeren Frauen unter 30 Jahren so stark ausgeprägt sein, dass es zu sichtbaren Haarlichtungen kommt.

Haarwachstumsstörungen fangen meist unmerklich an. Sie werden deshalb lange nicht wahrgenommen und oft erst spät behandelt. Das Haar wird zunächst dünner und kraftlos, es verliert an Volumen und lässt sich nicht mehr so leicht frisieren. Die Haarqualität verschlechtert sich, die Haarwurzeln bringen nur noch dünne, kurze, fast farblose Flaumhaare hervor. Bei Frauen tritt der hormonell erblich bedingte Haarausfall im Scheitelbereich auf. Die Kopfhaut wird immer deutlicher sichtbar.

Mit der richtigen Nährstoff-Versorgung kann die Haarwurzel wieder reaktiviert werden.



Wie Sie zuhause Haarausfall erkennen können

Es ist völlig normal, dass täglich bis zu 100 Haare ausfallen. Wie aber erkennt „Frau“ den vermehrten Haarausfall?

Zwei einfache Tests, geben Aufschluss darüber, ob mehr Haare als üblich verloren gehen:

Zupftest/Haarausfall

Der Haarsammeltest
Der Haarausfall kann durch Zählen der ausgefallenen Haare abgeschätzt werden. Dazu werden die ausgefallenen Haare über einen Zeitraum von sieben Tagen auf dem Kopfkissen, in der Haarbürste oder nach dem Haarewaschen im Abflusssieb des Waschbeckens gezählt und dokumentiert. (Ein Haarkalender kann hilfreich sein. Außerdem ist es sinnvoll, den Test mehrfach innerhalb eines Jahres durchzuführen.) Befinden sich auf dem Kopfkissen, in der Haarbürste oder im Abflusssieb pro Tag mehr als 100 Haare, so kann dies Anzeichen für Haarausfall sein. Mögliche Ursachen sollten nun von einem Hautarzt abgeklärt werden.

Der Zupftest
Der Zupftest wird an verschiedenen Stellen des Kopfes durchgeführt. Mit Daumen und Zeigefinger werden kleine Büschel von ca. 60 Haaren gegriffen, und es wird sanft daran gezogen. Können die Haare leicht und schmerzlos herausgezogen werden, liegt möglicherweise Haarausfall vor.